Football Machtwechsel in Münster – Blackhawks dominieren Mammuts

4. Juli 20171 Comment

Münster Mammuts Blackhawks Derby

Es ist vollbracht: „Die Nummer 1 der Stadt sind wir“, halte es noch bis tief in die Nacht aus den Kneipen in Münster. Es war das Spiel auf das die ganze Stadt gewartet hat, es war das Spiel für das an der Sentruper Höhe so lange und hart gearbeitet wurde. Doch zunächst ein kleiner Rückblick darauf, wie alles begann, damals irgendwo zwischen Sommer und Herbst im Jahr 2013: Eiskalte Winter voller Sprints, etliche Gymbesuche im Sommer, während die Freunde am Kanal lagen, Theorie pauken, während andere feiern waren, uvm. Es ist noch nicht lange her, da sich die Blackhawks zusammengefunden haben. Football wollte man spielen, Footballspielen mit Kameraden, mit Kameraden mit denen man durch dick und dünn geht, Kameraden, für die man spät in der Nacht aufsteht, den Umzug regelt und für die man zu guter letzte den Kopf auf dem Feld hinhält. Anfangs von nur wenigen beachtet, konzentrierte man sich auf das große Ziel: Gas geben, Football spielen, die Ligen aufmischen und irgendwann, ja irgendwann den Stadtrivalen überholen. Selten sprach man an der Sentruper Höhe über andere Teams, schon gar nicht negativ, der Fokus lag von Anfang an auf der eigenen Leistung und Entwicklung. Und da stehen sie nun, die Münster Blackhawks, den Klassenerhalt gesichert, vorerst gar auf Tabellenplatz 1 und den Stadtrivalen uneinholbar hinter sich gelassen. In der Hinrunde.

Spiel-Impressionen – Münster Mammuts vs. Blackhawks

 

Aber genug des Rückblicks, das zweite Münsteraner Footballderby stand ganz im Zeichen des Klassenerhalts. Während die Blackhawks im April noch als krasser Außenseiter gehandelt wurden, konnten die Vorzeichen diesmal gegenteiliger nicht sein: Während die Blackhawks von der Tabellenspitze grüßten, ging es für die Mammuts schon ums blanke Überleben. Mit nur einem Sieg aus der Hinrunde klaffte bereits eine gewaltige Lücke auf den rettenden vierten Rang. Für die Blackhawks hingegen war klar, sollten dieses Spiel gewonnen werden, wäre ein Abstieg rechnerisch nicht mehr möglich. Die Marschrichtung war also mehr als klar. Das „Auswärtsspiel der etwas anderen Sorte“ – viele Spieler kamen mit dem Rad oder gar zu Fuß – startete furios und recht früh wurde deutlich, wer an diesem „American Sports Day“ Herr im Haus sein sollte: Die Blackhawks Defense betrat als erstes den Rasen und startete gewohnt kompromisslos. Ebenso schnell wie die Mammuts den Rasen betraten wurden sie schon wieder vom Feld geschickt. Wieder einmal demonstrierten die Mannen von Defensive Coordinator Payman Dalili die eigene Stärke und gaben der eigenen Offense unmittelbar die Chance ihre zu beweisen. Gesagt getan, die Offense, angeführt von einem überragenden Ali Fuchs, ließ sich nicht lange bitten: Nach mehreren eindrucksvollen Läufen der Running Backs Philipp Molitor und Marian Winter, war es letztendlich ein cleverer Pass des jungen Quarterbacks auf seinen Wideout Marius Strunk, der auf 07:00 stellt. Ein Start nach Maß.

Münster Mammuts Blackhawks

Und so sollte es den Tag über weitergehen: Immer wieder erstickte die bärenstarke Hawks-Defense, um die beiden Teamcaptains Long Otte und Maximilian Schmidt, die Offensivbemühungen der Mammuts im Ansatz. Nicht weniger kompromisslos zeigte sich die Offense des aus Georgia stammenden Offensive Coordinators Bilal Khalil – kaum ein Spielzug war nicht von Erfolg gekrönt. Schnell wurde auch dem letzten neutralen Besucher deutlich: Einem solchen Bollwerk aus Athletik, Wille und System hatten die Mammuts nichts entgegenzustellen. Daran änderte auch der verletzungsbedingt stark dezimierte Hawkskader nichts. „Wir trainieren nicht nur 23 Spieler, unsere Team ist eine Einheit, unser Zusammenhalt von Tag 1 an unser Fundament, es ist egal wer bei uns auf dem Feld steht, wir bringen die Jungs im Training an ihre Grenzen und sie zahlen es dem Team Spieltag für Spieltag mit Leistung zurück“, analysierte der verletzte Wide Receiver Alexander Naretz die Personalsituation. Und so kam es, wie es kommen musste. Unter dem Schutz der wieder einmal mehr als stabilen O-Line-Wand ging die Offense konsequent über das Feld und erhöhte durch einen elanvollen Catch von Florian Wirsen auf 14:00. Mit der verdienten Führung ging es in die Halbzeit.

Was in der Halbzeitpause passierte war filmreif. Trotz komfortabler Führung war der Fokus bei Spielern und Coaches so hoch wie selten zuvor. Nach Einstimmung und Motivationsansprachen für die zweite Hälfte der Partie strotzten die Blackhawks vor Energie, als sie auf das Feld zurückkehrten. Hieran konnte selbst ein cleverer Trickspielzug, bei dem die Mammuts sich das Angriffsrecht zu Beginn der zweiten Hälfte sicherten, nichts ändern. Doch auch der Ballbesitz brachte den Mammuts nichts ein. Wie schon im Hinspiel machten die starke Münsteraner Passverteidigung um Cornerback Jerome Eßmann und Safety Amir Marouf den Mammuts das Leben nicht nur schwer, sondern Raumgewinn auch noch unmöglich. So trennten sich die Mammuts schon bald wieder vom Ball und die Blackhawks Offense tat was sie am Besten kann: Scoren. Ein Wahnsinnslauf von Philipp Monitor über 60 Yards sorgte für die nächsten Punkte. 21:00.
In Folge dessen rotierte das junge Team auf beiden Seiten des Balls viel, was am Spielgeschehen wie angekündigt nichts änderte. Und so nahmen die Dinge ihren Lauf, Balleroberung Amir Marouf und darauf unmittelbar folgende der zweite Touchdown des jungen Wideouts Florian Wirsen. Spätestens mit dem 28:00 war die Partie entschieden. Doch das sollte noch nicht das Ende sein. Kurz vor Ende wollte die Blackhawks Defense den anstehenden Schlusspfiff nicht wahr haben, und so war es Linebacker Marc Pel, der willensstark den Ball des gegnerischen Quarterbacks abfing und bis an die Mammuts Goalline trug. Die fehlenden Zentimeter durchbrach anschließend erneut Running Back Philipp Molitor und der Endstand von 35:00 war besiegelt. Während das Ergebnis auch in der Höhe mehr als verdient gewesen ist, wurde der soeben erreichte Klassenerhalt verkündet. Doch das hörte heute keiner mehr und die Feierlichkeiten begannen …
Für die Blackhawks geht es nun in die verdiente Sommerpause. Zunächst werden ein paar Tage durchgeatmet, danach gilt die volle Konzentration der Vorbereitung auf die Rückrunde Septmber. Wir sind gespannt, was wir von den Blackhawks im Herbst berichten können …

An dieser Stelle muss jedoch auch die hervorragende Organisation der Münster Mammuts rund um den Spieltag gelobt werden. Der wirklich schöne Borussia-Ground bietete eine hervorragende Kulisse und zeigte wohl auch dem anwesenden Oberbürgermeister Markus Lewe & den bei Regen trotzenden 1.500 Zuschauern, welchen Stellenwert der Football-Sport mittlerweile eingenommen hat. Eine Verbesserung der sportlichen Infrastruktur für Football in Münster wird notwendig.

Münster Football Derby

Stimmen zum Spiel:
Jannik Heidtmann, Defensive Line: Ich habe das Spiel heute genossen, wir konnten viel Neues ausprobieren. Ich möchte mich heute vor allem bei unseren Fans bedanken, die vom ersten bis zum letzten Play Gas gegeben haben! Danke, dass wir auch bei solchem Wetter auf euch zählen können!

Marc Pel, Linebacker: Auf diesen Tag haben wir nun vier Jahre hart hingearbeitet, auch wenn man uns noch so sehr belacht und beleidigt hat, wir haben immer den Mund gehalten und uns auf uns konzentriert. Dieser Tag heute ist der Lohn für die lange Arbeit. Ich bin unglaublich stolz auf die ganze Blackhawks Organisation!

Rome Guilleaume, Safety: Ich liebe dieses Team – Was unsere Helfer, Sponsoren der Vorstand, die Jugend, unsere Eltern und Familien und nicht zuletzt die medizinische Abteilung auf die Beine stellen ist einfach unglaublich! Jeder trägt seinen Teil zu etwas Großem bei. Genial!
Dennis Goldkuhle, Offensive Line: Wir haben heute gezeigt, wer wir sind und die Verhältnisse klargestellt. Dennoch haben wir wieder einiges entdeckt, das es zu verbessern gilt.

Fotos: Ahoi Christina

 

 

ms4l

Über den Autor ()

Der Teamaccount von Münster 4 Life.

Kommentare (1)

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  1. jojo sagt:

    Mega toller Bericht!!
    Spiegelt die wahre Situation!
    Insiderwissen und KEIN gelaber!

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