Aufbruchsstimmung bei der B-Side im Hafen

6. Oktober 20160 Kommentare

B-Side Münster

Das B-Side Festival liegt nun schon ein paar Tage zurück. Zwei Tage lang tobte das Fest zum Erhalt kultureller Freiräume in über 20 Locations vom Hansaring bis zum alten Güterbahnhof und abschließend in einem proppevollen Jovel Club. Großartige Atmosphäre mit viel Kreativität, riesiges Engagement bei den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, den ehrenamtlichen Künstlern & Musikern, alles in allem: ein tolles nicht-kommerzielles Kulturfestival. Man hat gesehen, dass es tausende Leute gibt, die genau darauf Bock haben. Der Bedarf an kulturellen Freiräumen besteht und darf auch nicht ignoriert werden, so das Fazit von Shubangi Yogendra aus dem B-Side Team.

Dabei ist es jedoch nicht nur die Erinnerung an ein tolles Wochenende, die bei den Veranstaltern weiterhin für positive Stimmung sorgt. Die Besucher zeigten sich solidarisch und spendeten einen wirklich satten Betrag. Es sind gut 8.000 € an Spenden bei dem Festival und der Party im Jovel zusammengekommen, wobei die ganz genaue Abrechnung noch aussteht. Das hat mich ziemlich positiv überrascht, freut sich Shubangi. Der große Zulauf und die Spenden sind ein großes Zeichen der Solidarität der Münsteraner Bürger – mit der B-Side Bewegung und dem Anliegen kulturelle Freiräume zu schaffen.

B-Side: Kulturzentrum als nächster Schritt

Die eingegangen Spenden werden von der Initiative für den Aufbau des geplanten Kulturzentrums eingeplant. Nachdem man in der letzten Woche die Gründung des Kulturvereins unter Dach und Fach gebracht hat, ist die intensive Planung und Umsetzung des neuen Zentrums im ehemaligen Hill-Speicher der nächste große Schritt für die B-Side Crew.

Über das B-Side Projekt haben wir schon einiges berichtet. Für alle B-Side Neulinge aber noch einmal kurz die Basisinfos zum Projekt: Eine stetig wachsende Gruppe von Engagierten setzt sich dafür ein, dass im alten Hill-Speicher am Münsteraner Hafen ein Kulturzentrum erhalten bleibt und weiter entwickelt wird. Die B-Side Initiative formierte sich, als die Stadtwerke das Gebäude vor einem Jahr an einen Investor verkaufen wollten. Seitdem ist viel geschehen! Zwei Vereine und eine GmbH wurden gegründet, der Politik und der Verwaltung wurde ein Konzept präsentiert. Die B-Side GmbH will auf ca. 2500 qm Fläche öffentlichen kulturelle Freiräume und bezahlbare Arbeitsräume für Kreative entwickeln – selbstverwaltet und nicht-kommerziell betrieben. Die Basis der Finanzierung sollen dabei Direktkredite aus der Bürgerschaft bilden.

Wie genau dieses Finanzierungsmodell funktionieren soll, konnte man am Info-Stand des Festivals zum ersten Mal auf unterhaltsame Art erfahren. Dort lief der zweite BEASER in Endlosschleife. Ein Kurzfilm mit den beiden Maskottchen „Kreativ-Kai“ und „Kommerz-Kai“, die Anfang des Jahres schon im ersten BEASER aufeinander prallten (BEASER 1 könnt ihr hier nochmal sehen).

Die B-Side in 6,3 Minuten: BEASER II

 

Wie kann man unterstützen?

Neben dem Anliegen, die B-Side stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, diente das Festival also auch als Auftakt einer Direktkreditgeber-Kampagne. In den kommenden Wochen finden an diversen Orten in Münster Veranstaltungen statt. Los geht das am Montag (10.10.2016) um 19 Uhr im T-Rex in der Von-Steuben-Straße 10. Dabei können Bürger sich darüber informieren, wie sie in Zukunft bei der B-Side GmbH Geld anlegen können, um das Projekt zu unterstützen. Das ist lokal, transparent und mit 1,5% Zinsen. Infos und die entsprechenden Termine dazu findet ihr direkt hier.

Wer lieber mit Rat und Tat zur Seite stehen möchte oder sich mal ganz allgemein mit der B-Side austauchen möchte, ist herzlich eingeladen am Plenum der Initiative teilzunehmen. Die Sitzungen sind wöchtentlich geplant und jeweils für Mittwochs um 17:30 Uhr angesetzt. Völlig unverbindlich können Interessierte hier vorbeischauen. Das Ganze soll völlig offen sein, auch gerne für kontroverse Meinungen. Wir wollen da niemanden ausgrenzen, so Shubangi. Weitere Infos zu den Terminen der Sitzungen findet ihr immer aktuell auf der Facebook Seite der B-Side.

B-Side Festival Freiraum für Kultur Hansaviertel Hafen

Zukunft entscheidt sich Ende 2016

Der endgültige Beschluss über die Zukunft des alten Hill-Speichers am Hafen fällt Ende diesen Jahres im Stadtrat. In trockenen Tüchern ist das Projekt noch nicht, aber die Festival-Veranstalter geben sich zuversichtlich. „Wir haben gegenüber der Politik immer behauptet, dass eine vielfältige Kunst-, Musik- und Kulturszene sich mit der B-Side identifiziert und hinter uns steht. Dieses Wochenende hat zweifellos unter Beweis gestellt, dass das keine bloßen Hypothesen sind.“ erzählt uns Tim Többe von der B-Side Initiative. „Mittlerweile ist vielen Menschen klar, dass dem Hafenviertel, dass ja gerade von extremen Gentrifizierungsprozessen heimgesucht wird, dieser Ort erhalten bleiben muss. Er macht das Viertel lebenswerter und gibt vor allem gerade den Kreativen eine Perspektive, die das bunte Hafenviertel seit Jahren mit prägen“.

©Fotos: Rainer Wunderlich und MS4L

 

 

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